martedì 17 dicembre 2013

SKDP/7/001-7. § 7. Kurt Tucholsky: “Märchen”

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Kurt Tucholsky (nel 1928)
Libero adattamento per finalità autodidattiche di testi e registrazioni di pubblico dominio tratti da Librivox. Acoustical liberation of books in the public domain. Testo tratto da Zeno.org e registrazione da Librivox.org Serie: Sammlung kurzer deutscher Prosa 001/07. - Nostra numerazione del Brano: 7. Reader: Herr Klugbeisser. / download  di “Märchen” (7).  Etext: Zeno.org  - Dizionari: Dicios; Sansoni:.


Märchen
Kurt Tucholsky
(1890-1935)

[39] Es war einmal ein Kaiser, der über ein unermeßlich großes, reiches und schönes Land herrschte. Und er besaß wie jeder andere Kaiser auch eine Schatzkammer, in der inmitten all der glänzenden und glitzernden Juwelen auch eine Flöte lag. Das war aber ein merkwürdiges Instrument. Wenn man nämlich durch eins der vier Löcher in die Flöte hineinsah – oh! was gab es da alles zu sehen! Da war eine Landschaft darin, klein, aber voll Leben: Eine Thomasche Landschaft mit Böcklinschen Wolken und Leistikowschen Seen. Rezniceksche Dämchen rümpften die Nasen über Zillesche Gestalten, und eine Bauerndirne Meuniers trug einen Arm voll Blumen Orliks – kurz, die ganze moderne Richtung war in der Flöte.

Und was machte der Kaiser damit? Er pfiff drauf.

Quelle: Kurt Tucholsky: Gesammelte Werke in zehn Bänden. Band 1, Reinbek bei Hamburg 1975, S. 39. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20005802857 Lizenz: Gemeinfrei.

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